Böllerschießen im Mittelfränkischen Schützenbund
Die Böllerschützen der 12 Gaue des Mittelfränkischen
Schützenbundes werden durch ihre Gau-Böllerreferenten vertreten
(siehe Gau- Böllerreferenten)
Zuständiger Bereich der Bezirksverwaltung: reinhold.brand@bssb-msb.de
Historie
Böllerschießen hat eine lange Historie, und geht
zurück auf den Anfang des 13. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit wurden an
hohen kirchlichen Fest- bzw. Feiertagen vor den Kirchen geböllert, um
das Wort Gottes und seine Macht eindrucksvoll zu unterstreichen. Zu
diesem Zweck wurden gusseiserne, achtkantige Rohre, Öffnung senkrecht
nach oben, vor den Kirchen platziert. Das notwendige Pulver wurde vor
Ort aus Salpeter, Holzkohle und Schwefel gemischt, was zur Folge
hatte, dass manch einer seinem Schöpfer schneller gegenüber stand wie gedacht.
Erst Ausgangs des 13. Jahrhunderts wurden diese Geräte von den
Militärs entdeckt und zum Beschuss der Stadtmauern in die Horizontale gebracht.
Es ist nachweisbar, dass seit Jahrhunderten im gesamten
deutschsprachigen Raum, von Mecklenburg bis Tirol, von Bayern bis
Westfalen und bis tief in böhmische Gebiete schon geböllert wurde.
Den spärlichen Informationen nach hat sich das Böllern aus mehreren
Bereichen entwickelt. So sollte es zum einen der Abwehr von bösen
Geistern und Dämonen dienen, und gleichzeitig helfen, das Wetter zu
ändern und die Natur zu erwecken. Auch sollte es die Lebensfreude zum
Ausdruck bringen, wenn Taufen, Geburtstage oder Hochzeiten anstanden.
Es galt mit als höchster Achtungserweis, wenn Herrscher und
Könige zu Besuch kamen und mit Böllerschüssen empfangen wurden. Auch
um rasche und zuverlässige Warnungen zu verbreiten wurde geböllert. So
war es noch Anfang des 20. Jahrhunderts in verschiedenen Teilen der
Alpenländer üblich, bei Feuer, Kriegs- oder sonstiger Gefahr von den
abgelegenen Gehöften der Bergbauern aus durch Böllern auf sich
aufmerksam zu machen.